Flickr oder Picasa – Wer ist der bessere Foto-Dienst?
Jedem internetaffinen Fotographen sollten die beiden webbasierten Bilderhoster Flickr & Picasa etwas sagen. Dort kann man sehr einfach seine Fotos veröffentlichen, verbreiten (über Facebook, Twitter, Email, etc) und verwalten. Außerdem kann man dort, ganz Web 2.0 like. einfach Freundschaften knüpfen, Kontakte finden und sich miteinander austauschen, in dem man beispielsweise Fotos kommentiert oder sich zu Gruppen zusammen schließt.
Für den normalen User bzw. Hobby Fotographen lohnt sich allerdings nicht auf zwei Portalen vertreten zu sein und zwei verschiedene Accounts zu pflegen. Als ich vor kurzem angefangen habe zu fotografieren, habe ich mir beide Anbieter etwas genauer angeschaut, um mich für einen zu entscheiden. Hier ist mein Ergebnis
Allgemeine Informationen zu Flickr
Das Portal Flickr (Der Name kommt von: flick through something) gehört seit 2005 zur Yahoo Gruppe und mittlerweile wurden dort mehr als 4 Mrd Fotos und Videos hochgeladen. Flickr bietet zwei verschiedene Mitgliedschaften an. Einmal eine kostenlose und einmal den sog. Pro Account (kostet ca. 20€/Jahr). Normalerweise reicht der kostenlose Account völlig aus. Das sind die Einschränkungen für gratis Nutzer:
- max. 300 MB pro Monat hochladen
- ein Foto darf max. 15 MB haben
- es besteht kein Zugriff auf die Originaldatei
- maximal 2 Videos pro Monat mit einer Größe von jeweils 150 MB und maximal 90 Sekunden Länge
- Es dürfen nur 10 Fotogruppen (Alben) gleichzeitig existieren
Die Fotos können unter einer frei wählbaren Lizenz veröffentlicht werden, darunter auch unter denen der Creative Commons. Das hat den Vorteil, dass man wirklich die Rechte an seinen Fotos hat. Auf Facebook bspw. stehen die Fotos nicht wirklich unter einer bestimmten Lizenz.
Die Funktionen von Flickr
Die Möglichkeiten seine Fotos auf Flickr hochzuladen sind fast unbeschränkt. Man kann zwischen einem Desktop Uploadr, einem Flash Uploader und einem normalen Upload der Fotos auswählen. Zusätzlich gibt es noch externe Programmierer, die Schnittstellen für alle möglichen anderen Programme (wie z.B. iPhoto) geschrieben haben.
Sobald man seine Fotos auf Flickr hochgeladen hat, kann man sehr einfach Beschreibungen, Titel, Metadaten (die teilweise aus den Fotos ausgelesen werden) hinzufügen und die Fotos miteinander vertaggen bzw. in Fotoalben sortieren. Zusätzlichen kann man die Fotoalben in Sammlungen verwalten. Damit verliert man auch bei vielen Fotos nicht mehr den Überblick.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass man seinen Fotos einen exakten Ort mitgibt bzw. Flickr ihn aus den Meta Daten herausliest (falls die Geo-Daten von der Kamera gespeichert wurden). Man kann anschließend auf seiner persönlichen Karte alle Fotos eines Urlaubs sehen. Das ist allerdings ein Feature, dass man eigentlich nicht braucht.
Für mich als Blogger war vor allem wichtig, dass es gute WordPress Plugins gibt, mit denen ich sehr leicht die Fotos veröffentlichen kann. Hier ist Flickr eindeutig weiter als Picasa!
Allgemeine Informationen zu Picasa
Das Portal Picasa (2004 von Google gekauft) richtet sich eher an Einsteiger, die einfach nur Ihre Urlaubsfotos hochladen möchten. Man kann ebenfalls wie bei Flickr Bilder hochladen und verwalten, aber alles eben weniger anspruchsvoll, dafür allerdings einfacher. Da Picasa zu Google gehört, braucht man für Picasa ein Google-Konto. Google versucht ja immer wieder in den Social-Bereich hineinzustoßen und so gibt es bei Picasa auch Web 2.0 Funktionen, wie Freundschaften usw. die allerdings Google übergreifend sind.
Da Google noch nie für einen Ihrer Dienste Geld verlangt hat, ist bei Picasa die Mitgliedschaft weitesgehend kostenlos. Bis zu 1 GB stehen jedem Nutzer von Picasa-Webalben gratis zur Verfügung. Jeder weiterer Speicherplatz kann über kostenpflichtige Angebote gebucht werden.
Ein sehr großer Nachteil von Picasa sind die Lizenzen: Man hat hier leider nicht die Auswahlmöglichkeiten, die man bei Flickr hat.
Die Funktionen von Picasa
Der große Unterschied zu Flickr ist allerdings das Desktop Programm von Picasa. Im Prinzip bietet es die ähnlichen Möglichkeiten wie online, hat allerdings noch ein sehr gutes Bildbearbeitungs Programm intergrieret. Klar wird es niemals an Adobe Lightroom 3 rankommen, aber für die Anfänger unter uns wird es reichen. So gibt es einen “Auf gut Glück”-Button, bei dem das Tool versucht eigenständig das Bild bearbeiten, was sogar sehr gut funktioniert. Das ist wirklich einer der Vorteil bei Picasa!
Fazit
Jeder der Dienste hat seine Vor- und Nachteile. Für Einsteiger, für die es sich oft nicht lohnt Lightroom zu kaufen, ist Picasa eine sehr gelungene Alternative. Hier kann jeder Einsteiger sehr einfach seine Fotos verwalten und bearbeiten. Außerdem kann jeder User 1 GB auf den Picasa Server nutzen.
Flickr ist dafür eher für ambitioniertere User gedacht, die auch bereit sind ein wenig Geld für etwas mehr Möglichkeiten zu bezahlen. Ein Desktop Programm, wie bei Picasa gibt es nicht, braucht aber auch der typische Flickr User nicht. Dafür kann er sehr einfach sehr viele Fotos hochladen, sie verwalten bzw. pflegen. Der große Vorteil sind die Lizenzen die jeder User für seine Bilder vergeben darf.




